Es erstaunt mich immer wieder wie Jamie Oliver (und seine Medienberater) es alle 12-15 Monate schaffen, den smarten Koch aus England neu zu erfinden. Diesmal hat man sich ein hohes Ziel gesteckt. Englischen Kindern in der Schule was Gesundes und Schmackhaftes zu bieten war nur der Anfang, diesmal dreht es sich um nichts weniger als dem gesamten Volk das Kochen beizubringen. Der Plan ist genauso simpel wie einleuchtend: ein kulinarisches virales Marketing. Wer ein Rezept gemeistert hat, gibt sein Wissen an vier Freunde weiter. So entwickelt sich ein Schneeballeffekt der bald für viele Heston Blumenthals von Cornwall bis Schottland sorgen wird. Oder, dass ein ganzes Volk in naher Zukunft ein und diesselbe Version von Bangers and Mash kocht.

Aber in aller Ehrlichkeit, das Konzept ist wesentlich tiefgreifender als das, und überzeugt dadurch dass es die Menschen an etwas heranführen möchte, das sie bereits kennen oder früher mal kannten. Ein gutes, selbstgekochtes Essen. Wie bei Mum. Oder Queen Mum. Einfach und nachvollziehbar. Sicher, ähnliche Dinge hat er schon in seinen bisherigen 324 Kochbüchern veröffentlicht, aber das Konzept finde ich nachahmenswert. Bis so etwas in Deutschland stattfindet können wir unsere Rezepte hier abholen: aber, Vorsicht! Augenschmerzen.
Apropos Jamie Oliver, NutriCulinary berichtet hier, dass das “Jamie Oliver Dinner” in Hamburg umzieht.
