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* Ein neues Jahrzehnt. Ein neuer Beginn.
Posted on Januar 3rd, 2010 by eat. Filed under aus der küche.
Nach knapp 5 Jahren Selbstständigkeit als Foodstylist und fast genau 12 Jahren Abwesenheit aus einer gewerblichen Küche, wage ich zusammen mit meiner Frau Tanja, einen Neubeginn.
Seit dem 1.1.2010 sind wir stolze Besitzer unseres eigenen Restaurants. Noch liegt die Umbauphase vor uns, es müssen Geräte angeschafft, ein Tresen gebaut und die Speisekarte finalisiert werden. Personal wird eingestellt und das Marketing eingeleitet. Es beginnt ein vollkomenes anderes Leben für uns, unsere Familie und Freunde. Und das ist gut so.
Wie kommt man dazu ein Restaurant zu eröffnen, vor allem wenn man sich vor Jahren gesagt hatte, dass doch eigentlich Schluss sei mit der Gastronomie?
Die Erkenntnis kam leise, fast schleichend. Jahre war ich meinem Beruf als Foodstylist nachgegangen, ohne zu merken, dass der Prozess des Hinterfragens schon längst angefangen hatte. Ich hatte jedoch meine Ohren und Augen fest verschlossen. Für den schnöden Mammon? Nicht ganz, aber schon um die Rechnungen zu bezahlen, und um mir das Leben erlauben zu können, das ich für richtig halte. Gutes Essen, ein schönes Glas Wein , Zeit mit den Kindern. Reich geworden bin ich dabei nicht. Zumindest nicht materiell. Und irgendwann kam der Punkt, an dem ich merkte, dass das was ich tat, nicht mehr mit meinen Überzeugungen korrelierte. Ich hatte in meinem Beruf einiges verloren.
Koch habe ich gelernt. Das wollte ich schon von klein an. Foodstylist bin ich erst viel später geworden. Das ist ein guter Beruf, und wird trotz der derzeitigen Medienschelte die meine Kollegen erhalten auch so bleiben. Aber ich passte nicht mehr da so richtig hinein.
Ich liebe das Kochen, noch genauso wie damals, in dunkler Vergangenheit, als ich an meinem 16. Geburtstag die Küche betrat, die den Grundstein legte für meine späteren beruflichen Stationen. Vielleicht liebe ich das Kochen heute sogar mehr, denn mit den Jahren kam Erfahrung, und es kam auch die Auseinandersetzung mit dem was ich in der Küche erreichen will. Mit dem was Kochen mir wirklich bedeutet.
Doch leider koche ich wie ich es mag, bisher zumindest, viel zu selten. Dann sitze ich mit Freunden und Familie an unserem großen Tisch in der heimischen Küche, mit einem guten Glas Wein in der Hand und wir kochen und essen und kochen und essen. Risotto mit dicken Bohnen, geschmorte Kalbsbacken oder Stinte aus der Elbe. Penne mit Garnelen oder geröstete Paprika mit Mecklenburger Ziegenkäse. Und ich merkte, dass wirklich kochen, für andere Menschen, das ist was mir am meisten Spaß bereitet und mir in meinem Beruf fehlte. Und ich stellte mir eine simple Frage: Ich kann es doch, warum tue ich es dann nicht?
Die Lösung lag auf der Hand. Ein Restaurant eröffnen! Wie es aussehen soll, hatte ich wenn ich nicht schlafen konnte, überlegt. Klein, nur ich und zwei oder drei Helfer in der Küche. Zwei Leute im Service, wenn es richtig kracht auch mal drei. Produkte aus der Region, eine kleine Weinliste, kein Chichi, aber auch keine Designer Curry-Wurst und Gourmet-Pommes.
Das Ergebnis meiner Überlegungen wird hoffentlich bis Mitte Februar geöffnet sein. Mittags und abends. Ein Restaurant, das die Erweiterung meiner Küche zuhause sein soll.
Und was für ein Restaurant soll das genau sein? Hier die ersten zwei Kapitel des Business Plans:
Bio, Nachhaltigkeit, fairer Handel.
Dies sind die Schlagworte die, nicht zuletzt durch wiederholte Skandale in der Lebensmittelindustrie, für die Verbraucher im täglichen Leben, bei der Ernährung und auch beim Speisen außer Haus in Zukunft immer wichtiger sein werden.
Hier setzt die Idee hinter „trific – nachhaltiger genuss“ an. Dieses Restaurantkonzept bietet dem Gast die Möglichkeit nicht nur bewusst, sondern auch mit Genuss, außer Haus zu speisen. In gehobener Atmosphäre, ohne alternativ erhobenen Zeigefinger, bietet „trific“ mittags und abends, an 6 Tagen in der Woche eine innovative Küche, mit frisch zubereiteten Speisen im mittleren Preissegment. Mit freundlicher, kompetenter Bewirtung und aus ausgesuchten Zutaten aus der Region. Im angeschlossenen Ladenbereich können die Gäste sich mit nachhaltigem Genuss auch für daheim eindecken. Von ausgesuchten Herstellern aus fairem Handel, Bio-Winzern der Spitzenklasse und nicht zu letzt aus der firmeneigenen Manufaktur werden hier ausgesuchte Spezialitäten geboten.
Schauen sie doch mal rein.
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