Nimm ne Quitte, ja?

Ich mag Lebensmittel, die erst mit etwas Aufwand ihre wahren Reize entfalten. Beispielsweise Holunderbeeren, Artischocken, Pastinaken oder eben, die Quitte. 

Hart, zerschrammt und mit einem leichten Pelz überzogen, wartet sie darauf vom kalten Wochenmarkt nach Hause gebracht zu werden, wo sie in der Wärme der Küche durch das Verströmen ihres bezaubernden Dufts sobald ahnen lässt was alles in ihr steckt. 

Bloß, wie kommt man ran an das Gute?

Ich stelle mir vor wie die ersten Urmenschen im Kaukasus, der wahrscheinlichen Heimat der Quitte, beim Streifzug übers Land an den Quittenbaum gerieten. Der erste Bissen in das duftende Obst führte dann aber augenblicklich dazu, dass die Quitte Jahrtausende, bis zu der Entdeckung des Feuers mindestens, ungenutzt blieb. Denn roh ist die Quitte nicht genießbar. Das harte Fruchtfleisch, die reichlich vorhandenen Gerbstoffe und der dadurch bittere Geschmack machen ein Kochen der Frucht nötig. So an die vierzig Minuten Garzeit sind nötig um das Obst weich genug zu kriegen dass es genossen werden kann. 

 

Man kann die Früchte pochieren, zu so genanntem Quittenbrot verarbeiten oder zu köstlichem Gelee verkochen. 

Für das Gelee muss man die Früchte (wie für alle Zubereitungen) zuerst gründlich mit einem Tuch vom Pflaum befreien. Anschließend die Früchte mit Schale und Kernen grob klein schneiden und mit Wasser zum Kochen bringen. Nun zugedeckt bei niedriger Hitze 40-45 Minuten sanft köcheln. Die Früchte mit der Flüssigkeit in ein mit Mulltuch ausgeschlagenes Sieb geben und abtropfen lassen. Dabei nicht auf die Früchte drücken, da sonst das Gelee trübe wird. Jetzt den Saft abmessen mit der gewünschten Art Gelierzucker zu Gelee kochen. In sterilisierte Gläser füllen und verschließen. Um 900 ml Saft zu erhalten,benötigt man ca. 2 kg Früchte und 500 ml Wasser. Das ist die Menge Saft die für eine Packung Gelierzucker 2:1 reicht. Ich habe dafür Birnenquitten verwendet und ein zart rosafarbenes, fein säuerliches Gelee erhalten.  

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Für fortgeschrittene Quittenliebhaber hier noch ein Rezept für einen feinen Quittenstrudel.

 

Quittenstrudel

 

Für den Teig:

150 g Mehl 

1 El Öl

Salz

Öl zum Bestreichen

Mehl zum Bearbeiten des Teiges

 

 

Für die Füllung:

3 EL getrocknete Cranberries 

350 g Quitten

150 g säuerliche Äpfel (z.B. Elstar)

2 TL Zitronensaft

5 EL Akazienhonig

1 TL abgeriebene Zitronenschale

50 g Semmelbrösel oder zerbröselter Zwieback

2 EL Zucker

30 g gehackte Mandeln

1 Msp. Zimt

ca. 60 g Butter

Puderzucker zum Garnieren

 

Die Zutaten für den Teig mit 100 ml lauwarmem Wasser vermengen und mit dem Knethaken des Handrührgeräts zu einem glatten Teig bearbeiten. Zu einer großen Kugel formen, mit Öl einpinseln und in Klarsichtfolie einschlagen. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

 

Sultaninen in 3-4 EL Wasser 10 Minuten einwachen und anschließend ausdrücken. Quitten und Äpfel schälen, vierteln, entkernen und auf einer Kastenreibe grob raffeln. Mit dem Zitronensaft, der Zitronenschale, Honig und den ausgedrückten Cranberries mischen. In einen Topf geben und bei mittlerer Hitze unter Rühren 10 Minuten sanft dünsten. Anschließend vollständig auskühlen lassen. Obstmasse mit den Semmelbröseln, Zucker, Mandeln, und mischen.

 

Strudelteig auf ein bemehltes Tuch geben und mit einem bemehlten Rollholz den Teig rechteckig ausrollen; nun die Hände mehlen und vorsichtig mit den Handrücken den Teig auf eine Größe von etwa 40 x 30 cm ausziehen. An den Rändern gerade schneiden. Butter schmelzen und etwa die Hälfte lauwarm auf 2/3 des Strudelteiges streichen. Verbliebene Butter zur Seite legen.

 

Die Obstmischung auf den gebutterten Teig verteilen. Dabei an den Seiten einen Rand von ca. 5 cm lassen. Den Strudel mit Hilfe des Geschirrtuches aufrollen. Die Enden nach unten schlagen.

 

Den Strudel vom Geschirrtuch schräg auf ein gut gefettetes Backblech rollen. Mit etwas Butter bestreichen und  im heißen Ofen bei 190-200 Grad ca. 30 Minuten backen. Zwischendurch mit der restlichen Butter bestreichen.

 

Den Strudel nach dem Backen etwas abkühlen lassen und kurz vor dem Servieren mit etwas Puderzucker bestäuben.

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